Perla Azul

Marke:
Mercury
Baujahr:
1963
Model:
Comet
Four-Door Sedan - Custom
Motor:
2.8l Straight-Six 170 C.I.D
74kW - 101PS
Getriebe:
4 Gear Manual Transmission
Name:
Perla
Geschichte:
Die Geschichte begann im Jahr 2021, als sich die Grundausbildung in der Schweizer Armee langsam dem Ende zuneigte. Mit dem Ersparten aus dem Abverdienen des Wachtmeisters hatte ich mir ein kleines finanzielles Polster aufgebaut. Da ich noch keine Ahnung hatte, was ich beruflich nach meinem Dienst bei der Armee machen wollte, war dieses Geld als Reserve fest eingeplant. An einen Autokauf war zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht zu denken.
Seit jungen Jahren verbrachte ich jedoch immer wieder Zeit auf Plattformen wie Tutti. Aus Neugier suchte ich mal wieder nach Ford Mustang und Fiat 500, als mir zwischen all den Inseraten eines besonders ins Auge stach: ein Inserat für einen Ford Comet. Dieses Auto sagte mir damals gar nichts. Auch im Internet fand ich zunächst kaum Informationen dazu. Nach einiger Recherche stellte ich jedoch fest, dass es sich gar nicht um einen Ford Comet, sondern um einen Mercury Comet handelte. Da Mercury Teil der Ford Motor Company ist und die Marke Mercury in der Schweiz offiziell nicht existiert, musste der Verkäufer das Auto wohl oder übel als Ford vermarkten.
Der Preis im Inserat lag etwas unter meinem Ersparten, weshalb ich zunächst nicht ernsthaft daran dachte, das Auto zu kaufen. Doch das Inserat liess mich nicht mehr los. Ständig musste ich an dieses Auto denken, bis ich mich schliesslich entschloss, es zu besichtigen. Es war weder ein Mustang noch ein Fiat 500, und trotzdem faszinierte es mich mit seinem markanten Heck auf Anhieb. Während meiner weiteren Recherchen im Internet fiel mir auf, dass der Comet normalerweise nur zwei oder drei Heckleuchten besitzt. Wie kam es also, dass dieses Exemplar vier hatte? Fragen, die sich mit der Zeit noch klären sollten.
Ich nahm Kontakt mit dem Verkäufer auf, um einen Termin zu vereinbaren. Nachdem das Datum feststand, wurde mir bewusst, dass ich eigentlich keine Ahnung von solch alten Autos hatte – und die Angst wuchs, mir etwas aufzubürden, das ich nicht stemmen konnte. Da ich zu dieser Zeit keine Freunde in der Oldtimerszene hatte und noch nie etwas Älteres als Baujahr 1998 gefahren war, suchte ich nach einer möglichst vernünftigen Lösung. Die einzig rationale Entscheidung schien, meinen Vater zur Besichtigung mitzunehmen. Da er weder eine Autoprüfung noch besonders viel Ahnung von Autos hatte, war das vermutlich nicht die beste Wahl in Sachen Fachkompetenz. Aber immerhin war ich so nicht alleine unvernünftig – es blieb in der Familie.
Bei der Besichtigung nahm sich der Vorbesitzer viel Zeit und erzählte ausführlich über das Auto. Er zeigte mir den Comet aus jedem nur erdenklichen Winkel und merkte wohl schnell, dass ich von Oldtimern kaum Ahnung hatte. Geduldig vermittelte er mir viel Wissen über die Automobilgeschichte der 60er-Jahre und die Besonderheiten dieses Modells. Nach Stunden des Plauderns und einer kleinen Probefahrt durch die Tiefgarage liess mich der Gedanke nicht mehr los, dass ich dieses Auto kaufen musste.
Ich teilte dem Verkäufer mit, dass ich Bedenkzeit brauche, und meldete mich eine Woche später mit der Nachricht, dass ich starkes Interesse an dem Auto habe. Nachdem ich ihm von meiner eingeschränkten finanziellen Situation berichtet hatte und er mir beim Preis noch ein gutes Stück entgegenkam, wäre es fast schon töricht gewesen, den Kauf nicht zuzusagen. Dank der Unterstützung meines Vaters konnte ich den Comet schon bald in meinen Besitz übernehmen.
Der Kauf fand mitten im tiefen Winter statt, und ich musste das Auto zwischen Schnee und Eis abholen. Eines Abends machte ich mich deshalb zusammen mit meinem Freund Ives auf den Weg. Da ich auf alle Eventualitäten vorbereitet sein wollte, begleitete er mich freundlicherweise während der gesamten Überführungsfahrt. So begann die Geschichte, wie dieses Auto in mein Leben kam.
Durch diesen Kauf eröffneten sich neue Welten: Es entstanden viele Freundschaften in der Oldtimerszene, und dank des Wissens der anderen konnte ich enorm viel dazulernen. Mit jeder Fahrt und jedem Treffen kommen neue Erlebnisse hinzu – und so füllt sich das Buch der Geschichten rund um den Mercury Comet Seite für Seite weiter.
An dieser Stelle gilt ein ganz besonderer Dank den Menschen, ohne die dieses Projekt niemals möglich gewesen wäre. Der grösste Dank gilt meinem Vater: Ohne seine Unterstützung und seinen Glauben an die Idee hätte der Comet vermutlich nie eine echte Chance bekommen.
Ebenso wichtig sind die beiden Freunde, die erst durch das Auto in das Leben getreten sind: Laura und Leon. Seit den ersten Problemen mit dem Wagen standen sie immer mit einer helfenden Hand bereit, haben mit angepackt, mitgefiebert und mitgelitten – und damit einen unschätzbaren Beitrag geleistet.
Da es einige Herausforderungen gab, die sich nicht alleine lösen liessen, geht ein aufrichtiger Dank auch an die Freunde von the Brooklyn AG. Mit ihrer Unterstützung bei der MFK-Vorbereitung und bei den wirklich harten technischen Problemen des Comet haben sie entscheidend dazu beigetragen, dass das Auto heute so dasteht, wie es das tut.
Und zu guter Letzt gilt der Dank jedem einzelnen von euch. Die Geschichten im und rund um das Auto wären ohne all die Beifahrer, Mitfahrten und Gespräche an Oldtimertreffen niemals diese besonderen Highlights. Jede Begegnung, jede Anekdote und jedes Lachen macht den Comet zu dem, was er heute ist. Ihr seid alle ein Teil dieser Geschichte und spielt darin eine entscheidende Rolle.

Um die Faszination rund um den Comet noch intensiver erlebbar zu machen, gibt es jetzt ein eigenes Profil auf Instagram – ein Ort, an dem Eindrücke, Neuigkeiten und besondere Momente direkt mit allen Followern geteilt werden.


